Funktionales Essen — Nahrungsersatz als Pulver, Getränk und Co.

Seit ein paar Monaten trinke ich mindestens einmal pro Tag einen Shake von einem bekannten Nahrungsersatz-Anbieter. Es geht dabei nicht ums Abnehmen. Ich fühle mich damit wohler und kann mir vorstellen ganz umzusteigen. Aus praktischen Gründen. Ein Erfahrungsbericht zu Shakes und Pulver-Nahrung.

Fast Food ist oft Standard beim Mittagessen
Fast Food ist oft Standard beim Mittagessen
Fast Food ist oft Standard beim Mittagessen — Photo by Dan Gold on Unsplash

Story hinter Hype stammt aus dem Jahr 2013

Ich bin mit dem Thema durch meine Arbeit in Berührung gekommen. Es ist dabei kein Lifestyle-Thema für mich, sondern ein Interesse-getriebenes Thema. Es war im Februar 2013, als ich auf den Artikel von Rob Rhinehart gestoßen bin. In seinem Beitrag “How I Stopped Eating Food” berichtete er über seine eigene Entwicklung namens Soylent. Er bewies damit auch einen makabren Humor. Die IT-Szene war überrascht und auch angefixt von der Idee. Rhinehardt teilte seine eigene Formel kostenlos auf seinem Blog. In den folgenden Monaten überboten sich einzelne Spezialisten mit eigenen Formeln, die auf Rhinehardts Formel basierten und diese verbessern wollten.

Soziale Funktion von Essen

Mich faszinierte an der Diskussion vor allem ein wichtiger Aspekt: Ich verlor damals durch Essen in der Kantine oder beim Mittagessen im Job einfach wertvolle Zeit. Es stellte sich die Frage, ob das Zeug auch etwas für mich sein könnte. Ich verschob meinen Test, auch weil Soylent damals noch eine Idee und kein echtes Produkt war. Es war aber eine Idee für die Tech-Szene, die vor allem auch soziale Experimente und Faktoren berücksichtigte. Heute sind Soylent und ähnliche Produkte vor allem im Silicon Valley weitverbreitet.

Kein Geschmack bei den Kopien

Neuere Akteure kamen im Laufe der Zeit dazu. Alle hatten jedoch gemeinsam, dass sie entweder nicht geschmeckt haben oder auf einer anderen Basis ihr Produkt produzierten, als das ursprünglich angepriesene Soylent. Ein interessanter Aspekt war der Rückgriff auf Haferflocken, Leinsamen oder auch Sonnenblumenkerne. Oftmals waren die Produkte auch zu stark Proteinhaltig. Das gehörte aber auch irgendwie zu der Lifestyle-Kultur, wie sie gerade aktiv betrieben wird. Getränke, die als Milchersatz dienen, basieren auch auf Haferflocken.

Weitere erfolglose Versuche

Das lag auch daran, dass das Getränk mir gar nicht guttat. Es sorgte eher dafür, dass ich mich schwach und lustlos fühlte. Das war nicht Sinn und Zweck des Ganzen. Ich zog es dann doch vor täglich in ein und dasselbe Lokal zu gehen und dort immer das Gleiche zu bestellen. Das war die Lösung und ich musste nicht mehr ständig darüber nachdenken, was ich jetzt esse und wohin ich hingehe.

Im Lockdown das richtige Produkt für mich gefunden

Der Lockdown kam. In diesem Jahr hörte ich erst von einem Unternehmen, dass mir bisher entfallen war. Ich möchte fair bleiben und erwähne deshalb nicht, welches Unternehmen. Jede Person muss selbst eigene Erfahrungen machen, wenn es sich auf diesem Gebiet ausprobieren möchte. Und vor allem sind Geschmäcker und Erwartungen verschieden.

Shake vs. Pulver — Der Preis unterscheidet sich ganz schön stark

Allerdings war der Preis für die fertigen Getränke happig. Die Pulverlösung ist hingegen erschwinglich gewesen und ich bestellte mir einen Monatspack. Das Resultat: Im Shaker geschüttelt, schmeckt das Zeug genauso gut wie die Fertigversion in Plastikbehältern. Dazu kann man sich in einem Shaker bereits alles vorbereiten und braucht nur noch Wasser draufzukippen und zu schütteln. Es sorgte dafür, dass ich meinen ungesunden Essensstil nun mit gesunder Ernährung verbinden konnte.

Mittagessen wird ersetzt — auch aus Kostengründen

Für mich steht aber fest, dass ich künftig das Mittagessen ersetzen werde. Das wird nicht nur Zeit sparen, was in meiner Branche viel Wert ist. Es erspart mir auch zu hohe Kosten am Ende des Monats wegen außerhalb Essen. Außerdem kann ich die Pause dann auch für noch sinnvollere Arbeiten oder Ablenkungen nutzen. Zuletzt konnte ich während der Pause vermehrt was lesen oder mich kurz über die aktuellen Entwicklungen auf der Welt informieren. Das sind Momente, die man dann zusätzlich hat.

Keine Verschwendung mehr — mehr Kreativität und Entlastung

Was für mich wichtig ist, ist aber auch die Tatsache, dass ich nicht komplett abschalte. Letztens war ich zum Abendessen mit einem Freund verabredet. Ich esse bewusster, genieße solche Zeiten und Momente für intensive Gespräche und bleibe dennoch meiner Linie treu. Und wenn ich ein Geschäftsessen habe oder mich mit Freunden zu Mittag treffe, dann ist das ebenso. Essen verursacht kein Ekel bei mir. Ich habe nur meinen Alltag vereinfacht.

Written by

Das muslimische Subjekt ist öffentlich. Einsichten, Aussichten und Islamisches. #Islam #Muslim #Hamburg. Impressum: https://www.akifsahin.de/impressum/

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store